Überblick

Appenzeller Sennenkultur

Die Appenzeller Volkskultur wird stark mit der bäuerlichen, im Besonderen mit der bäuerlich-sennischen Kultur identifiziert, die um 1800 ein eigenständiges Gepräge fand und sich im 19. Jahrhundert zum kulturbestimmenden Element der ländlichen, voralpinen Ostschweiz entwickelte (Appenzellerland und Toggenburg).

Das Volkskunde-Museum Stein dokumentiert im Eingangsgeschoss diese sennische Kultur in ihren handwerklichen und kunsthandwerklichen Äusserungen.

Im Zentrum stehen die Alpkäserei sowie die Geräte und Gefässe, die dabei Verwendung fanden: Eimer, Käsegeschirr, Tansen, Brenten, Buder usw., hergestellt von Weissküfern.

Ebenso wird ein Überblick über den regionaltypischen Schmuck für Tier und Mensch gegeben: Schellen und Schellenriemen, Hosenträger, Hundehalsbänder usw. (hergestellt von Sennensattlern), sowie über Tracht, Trachtenschmuck und Accessoires.

Messingarbeiten
Messingarbeiten
Alpkäserei
Alpkäserei
Sennensattlerei
Sennensattlerei

Bauernmalerei

Das helle Obergeschoss ist der Bauernmalerei gewidmet.

Der Begriff umfasst sowohl die ländliche Möbelmalerei wie im Besonderen die „eigentliche“ Bauernmalerei, die Senntumsmalerei.

Das Museum zeigt einen umfassenden Überblick über die Entwicklung dieser Malereitradition in ihrer klassischen Zeit seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die hervorragende Sammlung vereinigt Meisterwerke der Pioniere Lämmler, Müller, Zülle, Haim, Heuscher u.a. (mehr: > Bauernmalerei).

Ein besonderes Highlight sind die "Gaiser Wände": im Renaissancestil bemalte Holzbohlenwände aus einer bäuerlichen Stube in Gais AR (datiert 1598).

In einem Kabinett werden geschnitzte Alpaufzüge verschiedener Schnitzer vorgestellt - solche "Senntümer" sind als bäuerlicher Stubenschmuck erst in den letzten Jahrzehnten in Mode gekommen.
Bauernmalerei-Galerie
Bauernmalerei-Galerie
Möbelmalerei
Möbelmalerei
Senntumsmalerei
Senntumsmalerei

Textilabteilung

Neben der bäuerlichen Kultur war Appenzell Ausserrhoden schon seit Jahrhunderten vor allem von der Textil-Heimindustrie geprägt, die die grosse Mehrheit der Bevölkerung ernährte.

Das Museum gibt Einblick in diese Textilgeschichte anhand eines Plattstichwebstuhls und einer Handstickmaschine – beide Geräte werden „live“ betrieben und vorgeführt.

Gezeigt werden auch Einblicke in die zeitgenössische Produktion vor 100 Jahren, Musterbücher und Kollektionen von Web- und Stickmustern.

Webkeller
Webkeller
Handstickmaschine
Handstickmaschine