Kunsthandwerk der Sennen

Das sennische Kunsthandwerk bezieht sich einerseits auf Schmuck von Mensch und Tier – die sog. „Sennensattlerei“ – sowie auf Herstellung und Gestaltung der für die Alpkäserei notwendigen Gerätschaften, die traditionell vom Weissküfer aus Holz gefertigt wurden: Milcheimer, Brenten, Käsegeschirr, Dreh- und Stossbuder werden heute nur noch als Ziergegenstände hergestellt, da aus lebensmittelhygienischen Gründen nicht mehr mit Holzgefässen gekäst werden darf.

Sennensattler schufen reiche Lederarbeiten mit Messingbeschlägen: Schellenriemen für die Leitkühe (beim sennischen Auffahren der Kuhherde), Hundehalsbänder, Hosenträger, Tabakbeutel und weitere Accessoires.

Hervorragend sind die ausgesägten und ziselierten Messingarbeiten, in denen neben ornamentalen Formen (Rosetten, Schlingbandornamente) auch Darstellungen von Kühen und Sennen, seltener auch von der Arbeit beim Alpkäsen vorkommen.

Mit Silber beschlagene Tabakpfeifen (berühmt ist das „Lindauerli“, die gerade Sennenpfeife, die mit dem Kopf nach unten geraucht wird), Ohrschmuck, reich ausgestattete silberne Uhrenketten sind weitere Accessoires der männlichen Sennentracht; Broschen und Halsketten solche der Frauen. Auch diese Schmuckwaren wurden von dörflichen Handwerkern hergestellt und in einer eigenständigen Tradition über die Generationen weitervermittelt – bis heute.

Ein sogenanntes
Ein sogenanntes "Senntum" - die drei Schellen für die Leitkühe - reich verziert mit Leder- und Messingarbeiten
Hosenträger mit Messingbeschlägen von Johann Anton Fässler, 1876
Hosenträger mit Messingbeschlägen von Johann Anton Fässler, 1876