Weben

Im Museum wird ein hundertjähriger Plattstichwebstuhl betrieben. Unsere Weberinnen stellen die traditionellen Muster her - zum Beispiel Varianten des "Nölleli"-Musters - und erläutern nebenbei das Funktionieren des Webstuhls mit dem Jacquard-Aufsatz und der Plattstichweblade.

Vom 1. April bis 1. November jeden Nachmittag Vorführungen von Weben oder Sticken.
Im Winter: Vorführungen jeden Sonntag.

Film zum Thema: "Leben und Weben" (23 Min.). In deutscher und englischer Sprache als Videokassette erhältlich.

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Die Heimweberei war in Appenzell Ausserrhoden seit dem frühesten 17. Jahrhundert verbreitet. Appenzellische Weber produzierten für die Handelshäuser der Leinwandstadt St.Gallen. Mitte des 18. Jahrhunderts kam die Baumwollweberei auf und führte im Appenzellerland zu einem beispiellosen Aufschwung - um 1800 war Ausserrhoden die am dichtesten vor-industrialisierte Region Europas.

Die appenzellischen Weber waren führend punkto Qualität und brachten viele Spezialitäten hervor, so etwa die "Seidenbeuteltuch"- Fabrikation im Appenzeller Vorderland (technische Stoffe z.B. zum Sieben von Mehlen) oder besonders fein gearbeitete Mousseline-Gewebe oder Stickböden für die ebenfalls florierende Stickerei-Heimindustrie.

Eine appenzellische Erfindung war um 1820 der Plattstichwebstuhl, an dem gleichzeitig (parallel) gewoben und gestickt werden konnte - in Kombination mit der schon früher eingeführten Jacquard-Vorrichtung konnten die aussergewöhnlichsten Gewebe erzeugt werden.

Der Plattstichwebstuhl im Webkeller des Museums
Der Plattstichwebstuhl im Webkeller des Museums
Vorführung des Plattstichwebens
Vorführung des Plattstichwebens