Archiv: 2008-2009

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SO ZÜÜG - Populäre Objektkultur im Appenzellerland

26. April 2008 bis 29. März 2009

Eine Ausstellung in 3 Kapiteln:

1. Globale Alpfahrt: Vom Alpaufzug zur „Cow Parade“

Im Erdgeschoss haben wir den Alpaufzug inszeniert – das zentrale Motiv der appenzellischen Senntumskultur. Aber nicht klassisch-traditionell, sondern in seinen neuen Formen:

> Im grossen gemischten Alpaufzug fahren Kühe aller Gattung miteinander einvernehmlich "öbere": echt appenzellische handgeschnitze und echt industriell massenproduzierte (aus der übrigen Schweiz und "made in irgendwo"). Integration pur.

> In der Wandvitrine findet sich ein „playmobil“-Alpaufzug - ein appenzellischer Alpaufzug aus Originalteilen dieses internationalen Plastikspielzeug-Herstellers. Hier wird die Popularisierung und Kommerzialisierung des Alpaufzugs ironisch weitergedacht.
(Ein Gastbeitrag von Marcus Gossolt)

> Den dritten „neuen“ Alpaufzug konnten wir nur andeuten (mit 6 lebensgrossen, bunt bemalten Kunststoffkühen): Es geht um die Cow-Parades, einen grassierenden Kuh-Kult in den Grossstädten der Welt (ausgelöst durch die erste Cow-Parade in Zürich 1998). Wer sich weiter informieren will, kann am PC in der www-Welt von cowparade.com surfen und wird sich wundern, welches populäre Potenzial diese „urbanen Viehschauen“ haben.

"Cow Parade"-Kühe - urbaner Alpaufzug
Der grosse gemischte Alpaufzug
Der grosse gemischte Alpaufzug
Der Playmobil-Alpaufzug (Ausschnitt)
Der Playmobil-Alpaufzug (Ausschnitt)

2. „9063 Stein AR“

heisst die Inszenierung der Objektkultur der Steiner Bevölkerung, die auf einer "Feldforschung" in der Gemeinde basiert. Wir wollten wissen, wie es in den Stuben und Fluren der wirklichen Appenzellerinnen und Appenzeller aussieht, welche Objekte gesammelt, angesammelt, behalten werden und welche emotionalen Beziehungen dahinter stehen.

Hier soll man sich etwas Zeit nehmen, einen Kopfhörer überstülpen und sich einklinken: Hinter 17 Kastentüren warten 17 Objekt- und Sammlergeschichten auf ihre Entdeckung. In Bild, Text und Hörstationen erschliessen sich 17 individuelle Objektkulturen von Menschen aus der Gemeinde Stein AR.

(Auch dies ist ein Gastbeitrag: Karin Bucher und Rebekka Reich, BUCHERREICH Szenografie, haben das Projekt „Feldforschung direkt“ als teilautonomes Projekt eigenständig konzipiert und realisiert.)

kitsch as kitsch can ... Objektkultur in Stein AR
kitsch as kitsch can ... Objektkultur in Stein AR
Den Steiner DorfbewohnerInnen in die Kästen schauen - und hineinhören per Hörstation
Den Steiner DorfbewohnerInnen in die Kästen schauen - und hineinhören per Hörstation

3. Appenzeller Wunderkammer

Die „Brauchtums“-Sammlung des Herrn S.

Die „Appenzeller Wunderkammer“ ist ein besonderer Fall von appenzellischer Objektkultur - diejenige eines Sammlers aus Passion. Selber nicht Teil der appenzellischen Tradition, verschafft er sich über die Objekte Anteil daran. Die Objektwelt als Wunscherfüllung.

Der Raum im Raum gibt Einblicke in die phantastische, quasi virtuelle Appenzeller Welt des passionierten Hobbysammlers F.S. Er sammelte auf Flohmärkten, in Brockenstuben, an Brokanten und bei Antikhändlern, was irgendwie appenzellisch und sennisch „roch“, im Sinne fast von Stallgeruch. „So Appezeller Züüg“, wie er sagte auf die Frage, was eigentlich er gesammelt habe (die Frage nach dem Sammlungskonzept). Zusammen kam ein veritables Appenzeller Heimatuniversum.

Raum im Raum: Die Appenzeller Wunderkammer
Raum im Raum: Die Appenzeller Wunderkammer
"Appenzeller Züüg" - Einblick in die Wunderkammer

Impressum

Kurator: Marcel Zünd

Projektteam:
Cornelia Hochuli: wissenschaftliche Mitarbeit
Karin Bucher und Rebekka Reich / BUCHERREICH: Feldforschung und Inszenierung "9063 STEIN AR" / Fabian Bucher: Statistik
Peter Signer: Planung/Gestaltung 3D / Bauten
Emanuel Sturzenegger: grafische Gestaltung

Wir danken für finanzielle Unterstützung:
> Hans und Wilma Stutz Stiftung, Teufen
> Fredy und Regula Lienhard-Stiftung, Teufen

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SO ZÜÜG in art-tv

Podiumsgespräch

Sonntag, 15. Februar 2009, 10.30 Uhr

Öffentliches Podiumsgespräch
Sammeln als Profession - Appenzeller Kultur sammeln heute

Von der Wunderkammer zum Museum - ein Gespräch mit Museumsfachleuten

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Von links nach rechts: Hanspeter Spörri, Gesprächsleiter; Walter Irniger (Brauchtumsmuseum Urnäsch), Marcel Zünd (Volkskunde-Museum Stein); Annina Wettstein (Kulturwissenschaftlerin); Peter Bretscher (Historisches Museum Thurgau); Andres Stehli (Museum Heiden); Birgit Langenegger (Museum Appenzell); Thomas Fuchs (Museum Herisau).


Artikel von Guido Berlinger im St.Galler Tagblatt: >pdf
Das ganze Gespräch: Protokoll pdf

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